Schlagzeug Fortschritte: Warum es erst schwerer wird, bevor dein Spiel aufblüht
Du wirst nicht mehr besser und der Frust wächst mit jeder Session. Warum echte Fortschritte sich erst schwer anfühlen und wo dein größter Hebel liegt.
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Echte Schlagzeug Fortschritte fühlen sich am Anfang an wie ein Rückschritt. Wer das nicht weiß, gibt genau in dem Moment auf, in dem es eigentlich losgeht. Und wer das weiß, kann eine Phase durchstehen, an der viele Drummer scheitern.
Ich höre von sehr vielen Schlagzeugern denselben Satz: Ich werde einfach nicht mehr besser. Ich bin nicht so gut, wie ich sein will. Die Unzufriedenheit wächst von Mal zu Mal. Jedes Mal, wenn du dich ans Set setzt, wird dieses unwohle Gefühl ein Stück größer.
Das ist nicht schön, und es müsste auch nicht so sein. Denn es gibt Schlagzeuger, die trotz begrenzter Zeit besser werden. Grundsätzlich funktioniert es also, und das weißt du auch. Die Frage ist nur, woran es bei dir gerade hängt.
Wenn dein Schlagzeugspiel stagniert
Stagnation hat selten mit fehlendem Fleiß zu tun. Die meisten, die feststecken, üben ja. Sie setzen sich hin, sie spielen ihre Songs, sie probieren neue Sachen aus. Und trotzdem bewegt sich gefühlt nichts mehr.
Ich kenne das sehr genau. Meine ersten acht Jahre am Schlagzeug habe ich mir alles selbst beigebracht. Am Ende dieser Zeit war ich komplett in einer Sackgasse und bin stecken geblieben. Innerlich wusste ich, da geht mehr. Ich wusste nur nicht, wie.
Danach war ich sechs, sieben Jahre lang Schüler bei meinem Mentor Markus Czenia. In dieser Zeit habe ich mein Spiel komplett umgebaut. Ich weiß also auch, wie es sich anfühlt, Dinge umlernen zu müssen. Und seit über 15 Jahren unterrichte ich selbst, vom viereinhalbjährigen Kind über Schüler, die Musik studieren wollen, bis zu Rentnern. All die Emotionen, die du gerade hast oder die noch kommen, habe ich selbst erlebt und bei vielen anderen begleitet.
Der größte Hebel für neue Schlagzeug Fortschritte
Wir Schlagzeuger spielen das einzige Instrument, bei dem alle vier Gliedmaßen gesteuert werden müssen. Das ist unser größter Hebel. Und genau an dieser Stelle hören die meisten auf. Sie bringen ihre Koordination auf ein Niveau, das für die Songs reicht, und dann ist Schluss.
Wahre Freiheit am Schlagzeug kommt aber aus der Meisterschaft in der Koordination. Deshalb arbeite ich mit der Split-Flow-Methode. Du lernst eine Spielweise, mit der du dich selbst begleiten kannst. Eine Hand spielt einen Rhythmus, die andere begleitet dazu. Anhand von sechs Ebenen der Koordination bringen wir deine Koordination Schritt für Schritt nach oben, und zwar musikalisch und spielerisch.
Das Ziel dahinter ist ein Gefühl, das sich viele zurückwünschen: Musik an, Kopf aus und einfach spielen. Nicht limitiert sein durch das, was du gerade kannst. Deine Zeit am Schlagzeug gehört dir, und genau die willst du wieder genießen.
Stell dir vor, du hast am Schlagzeug so viel Freiheit, dass du sagst:
„Wow, genau das wollte ich immer. Ich wollte frei sein. Ich möchte nicht limitiert sein durch meine Möglichkeiten und Fähigkeiten. Ich möchte einfach genießen.“
Das ist kein unrealistischer Wunsch. Es ist das, was entsteht, wenn deine Koordination nicht mehr der Flaschenhals ist. Dann musst du nicht mehr über jede Bewegung nachdenken, sondern kannst zuhören, reagieren und spielen.
Warum es erst schwerer wird
Jetzt kommt der Teil, über den kaum jemand ehrlich spricht. Das klingt fast zu gut, um wahr zu sein, und deshalb sage ich es dir klar: Leicht ist es nicht.
Die erste Zeit wird richtig anstrengend, weil du dein Körpergefühl im Prinzip neu erarbeitest. Vielleicht denkst du gerade, dein Körpergefühl und deine Koordination sind gut. In den ersten Wochen, oft sind es vier bis sechs, wirst du feststellen, dass da noch einiges geht. Das ist eine harte Zeit, und du solltest sie nicht allein durchstehen müssen.
Was ein Teilnehmer erlebt hat
Ein Coaching-Teilnehmer hat mir erzählt, dass die ersten vier Wochen für ihn wirklich hart waren. Er hat teilweise an sich gezweifelt. Am Ende des Coachings hat er dann etwas gesagt, das ich nicht vergesse:
„Auf einmal brauche ich nur noch Stunden, um mir Dinge zu erarbeiten, an die ich in den ersten vier Wochen niemals gedacht hätte.“
Der Grund dafür: Dein Lernverhalten wächst mit. Du lernst, deinen Körper wirklich zu kontrollieren. Du verstehst, wie die Split-Flow-Methode funktioniert und wie dein eigener Körper funktioniert. Und plötzlich kannst du Dinge spielen, an die du vorher nicht einmal gedacht hast.
Genau deshalb ist die anstrengende Anfangsphase kein Zeichen, dass es nicht klappt. Sie ist das Zeichen, dass du gerade an der richtigen Stelle arbeitest.
Wie sich echte Fortschritte am Schlagzeug anfühlen
Wenn diese Phase hinter dir liegt, verändert sich etwas, das über Technik hinausgeht. Du spielst endlich so, wie du immer spielen wolltest. Du merkst Fortschritte an Stellen, an denen du gar nicht damit gerechnet hast. Manchmal sitzt du am Set und denkst: Wie geht das auf einmal?
Dazu kommt das Selbstvertrauen. Die Zeit am Schlagzeug ist wieder deine Zeit, und sie macht wieder Spaß. Der Mut kommt zurück. Du wirst Stück für Stück der Schlagzeuger, der du sein möchtest.
Und noch etwas passiert: Songs, an denen du dich früher abgearbeitet hast, werden leicht. Wenn du weißt, dass du ganz andere Dinge spielen kannst, ist ein normaler Song für dich auf einmal ein Klacks. Den musst du kaum noch richtig üben.
Für dich heißt das konkret:
- Wenn du gerade feststeckst, liegt es sehr wahrscheinlich nicht an fehlendem Talent oder zu wenig Übung.
- Der Hebel liegt in deiner Koordination, also in der Kontrolle über alle vier Gliedmaßen.
- Die ersten Wochen werden sich schwer anfühlen. Das gehört dazu, und danach wird es leichter.
Was bei dir gerade der Engpass ist, lässt sich von innen kaum erkennen. Du bist zu nah dran, das war bei mir in meinen acht Jahren als Autodidakt genauso. In einer Spielanalyse schauen wir uns gemeinsam dein Spiel an und finden heraus, wo bei dir der größte Hebel liegt.
Häufige Fragen
Warum stagniert mein Schlagzeugspiel trotz Übens?
Oft fehlt nicht der Fleiß, sondern die Arbeit am größten Hebel: der Koordination aller vier Gliedmaßen. Viele bringen sie nur auf das Niveau, das für ihre Songs reicht, und hören dann auf. Freiheit am Schlagzeug entsteht aber erst, wenn du deine Koordination gezielt weiterentwickelst.
Wie lange dauert es, bis man am Schlagzeug wieder Fortschritte merkt?
Wenn du intensiv an deiner Koordination arbeitest, sind die ersten Wochen anstrengend, oft vier bis sechs, weil du dein Körpergefühl neu erarbeitest. Ein Coaching-Teilnehmer fand die ersten vier Wochen hart. Am Ende sagte er, dass er nur noch Stunden braucht, um sich neue Dinge zu erarbeiten.
Ist es normal, dass sich Üben am Schlagzeug erst schwerer anfühlt?
Ja. Wenn du deine Koordination neu aufbaust, merkst du zunächst, dass dein Körpergefühl noch nicht so gut ist, wie du dachtest. Diese Phase ist kein Zeichen von Misserfolg, sondern zeigt, dass du an der richtigen Stelle arbeitest. Danach wächst dein Lernverhalten mit.


